Teil 2
Kommen wir heute zu zwei „Newcomern“ auf den Brettern, die die Welt bedeuten:
Politikkasperltheater.
Der Guido. Unsere bundesdeutsche Antwort auf die vor Testosteron (und andere Bindemittel)
strotzenden Möchtegern-Machos: Berlusconi und Sarkozy.
Bühne frei, für unseren Bundesaussenkasper.
Mit 18 Prozent in die Schuhsohlen eingebrannt, saß er einst dümmlich grinsend neben Möllemann und war sogar einmal Kanzlerkandidat seiner neokapitalistischen Brüder und Schwestern. Ebenfalls ein unvergessener Griff ins Klo – sein „Guidomobil“. Jetzt hat es die Grinsebacke – ganz entgegen seiner sonstigen sexuellen Gepflogenheiten – doch noch geschafft, zu Tante Angie unter die Decke zu schlüpfen.
Endlich darf – und wird – er auch mit dem letzten sich überwiegend in der Damenwelt hartnäckig haltenden Vorurteil restlos aufräumen: „schwule Männer sind ja sooo lieb.“
Er bezeichnet sich selbst gerne als „Leistungsträger“. Mir als Mann bisher nur Links – oder Rechtsträger bekannt, wagte ich einen Blick auf Guidos Biographie. Siehe da, eine neue Wortschöpfung, denn durch „Leistung“ konnte die Schwester bisher wenig überzeugen. Was jedoch auffällig erscheint: auch ihn schmückt ein Dr. jur.
Einerseits könnte es durchaus beruhigen, wenn sich die ganzen unfähigen
Juristen in der Politik tummeln, stellen sie doch sonst nichts an. Leider gibt es immer noch solche, die sich in der Judikative tagtäglich über das Recht beugen.
Ein gänzlich neuer Stern am tristen, vorweihnachtlichen Himmel - ausnahmsweise einmal nicht aus dem Morgenland (ist gerade nicht so angesagt):
Philipp Rösler – der neue Krankenkassen – Minister.
Er macht gleich schon Nägel mit Köpfen. Warum auch lange rumlabern, schließlich ist er ein Soldat – pardon, ein Mann der FDP.
Kopfpauschale bei den Krankenkassen, anstatt lohnabhängiger Beiträge zum Beispiel. Mehr Konkurrenz und Wettbewerb zwischen den Kassen. Hau weg den sozialen Scheiß vergangener Tage. Leistung muss sich wieder lohnen, freie (Markt)Wirtschaft ist angesagt!
Wer ist dieser Philipp Rösler. Sein Name passt irgendwie nicht zu seiner Physognomie. Die begeisterten BLÖD – Zeitung Leser sind mir vermutlich einen Schritt voraus, denn sie wissen: „Eine unglaubliche Karriere. Aber gleichsam ein Lebensweg, wie ihn ein Märchen nicht schöner erzählen könnte. Die Geschichte des Philipp Rösler ist die Geschichte eines Waisenjungen, der aus dem Nichts kam. Der keinen Namen hatte, keine Zukunft, aber den eines Tages das Glück fand, als ihn zwei Menschen als ihren Sohn zu sich nach Hause holten – und mit viel Liebe auf seinen Weg brachten.“
Aha, eine unglaubliche Karriere also, mit viel Liebe auf den Weg gebracht. Das sind die „Märchen“, á la BLÖD wie wir sie lieben: Schaut her ihr Fatmas, Mehmets, so funktioniert erfolgreiche Migration. Daß der liebe Philipp – hätte das imperialistische Gesindel damals Vietnam nicht mit Napalm und Agent Orange seine Vorstellungen von Demokratie und Freiheit aufzwingen wollen – vermutlich heute noch in Vietnam leben würde, kommt bei diesem Schmierenblatt natürlich nicht vor. So gaukelt man uns mit diesem jungen Mann vietnamesischer Abstammung, ein Beispiel gelungener Integration in die deutsche Gesellschaft vor, die – verlogener – nicht sein kann.
Dieser Philipp Rösler ist deutscher als deutsch – er ist FDP!


